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  • Am Gold'nen Hochzeitstage (Leseprobe)Datum15.08.2010 08:56

    „Nächsten Monat schon zum Mond?“ titelt eine bundesweit populäre Boulevard-Zeitung und Tadeus muß wieder an den Weihnachtstag 1903 denken, als er mit ausgebreiteten Armen zuhause durchs Wohnzimmer gelaufen war.

    ‚Tausend Meter weit.‘ Tadeus muß schmunzeln, wenn er sich an sein kindliches Gemüt erinnert.

    Aber der Willy hatte ja damals ungefähr recht gehabt mit seiner Behauptung, „30 oder 35 Meter“.‘

    ‚Mein Gott, der Willy. Wenn er datt heute noch alle erleben könnte, was aus unserem Verein geworden is‘

    Willy Gies verstarb am 15. September 1931. Im Alter von nur 41 Jahren. Zwei Tage zuvor hatte der FC Schalke 04 in der 1. Ruhrbezirksklasse, damals die höchste Liga, um Punkte gespielt. Gegen Castrop 02 4:0 gewonnen. Am 1. Juni des selben Jahres war die Sperre abgelaufen, die wegen unzulässiger Zahlungen von der Spruchkammer des Westdeutschen Spielverbandes gegen die Schalker Spieler verhängt worden war. Und es war dieses berühmte Foto vom legendären Spiel gegen Fortuna Düsseldorf entstanden. Über 70 000 Zuschauer sollen es gewesen sein. Jedenfalls war die Glückauf-Kampfbahn hoffnungslos überfüllt und Kinder hatten sogar das Tornetz in Beschlag genommen.

    Tadeus hat einen Abzug dieser Fotografie in eines seiner Sammelalben geklebt. Die er zuhause hütet wie seinen Augapfel. Zeitungsausschnitte mit Spielberichten. Einen Brief, den der junge Willy damals an Tadeus' Cousine Giulietta geschrieben hatte. Eine Feldpostkarte aus dem Ersten Weltkrieg, die Willy ihm nach seiner Verwundung aus dem Lazarett geschickt hatte. Und dergleichen mehr. Neben dem Foto von der Glückauf-Kampfbahn klebt das Foto vom Crystal Palace in London, vom englischen Pokalfinale 1901, das Willy damals so beeindruckt hatte....

    [ Editiert von nuvoletta am 15.08.10 8:58 ]

  • Am Gold'nen Hochzeitstage (Leseprobe)Datum15.08.2010 08:50

    „Am 14. Juni 1919 hab ich geheiratet, un am andern Tach bin ich aufn Platz gegangen. Da ham wa gegen Kaddernberch gespielt. Freundschaftsspiel. Knapp gewonnen. Ich mein, Eins Null. Datt war so ungefähr als wa grade wieder mit dem Turnverein fusioniert hatten. Da hießen wa noch lange nich Schalke 04. Sondern eben Turn- und Sportverein Schalke 77“

    Interessiert hören die Jungen dem Alten zu. Er hat ihnen vorhin erzählt, daß heute eigentlich sein Fünfzigster Hochzeitstag ist und sie hatten sich köstlich amüsiert. Der Dicke, der so gejapst hatte, als sie die Straßenbahn an der Uechtingstraße gerade noch erreichten, war in sein Abteil gekommen und hatte Tadeus gefragt, ob er auch ein Bier wolle.

    ‚Warum nicht.‘

    Eins konnte ja nicht schaden und so war er der Einladung gefolgt. Jetzt sitzt er also in dem anderen Abteil mit den Jungen zusammen. Sein vorheriges Abteil wurde inzwischen von einer Familie mit zwei Kindern besetzt, die auf dem Gang mit einem Ball herumtollen. Hin und wieder, wenn sie es zu bunt treiben, werden sie von den Eltern ermahnt.

    Der Dicke heißt eigentlich Horst, aber die Anderen sagen alle Hoss für ihn.

    „Ham Sie auch mitgespielt?“ fragt der Dicke den Alten.

    „Ne, für die Erste tat datt bei mir nie reichen. Inner Jugend hab ich ma ‚n paar Spiele gemacht. Aber da tat ich mir damals mit Luft holen auch so schwer wie Du... wie Sie.“

    „Sie können ruhig Du für mich sagen.“

    Tadeus überlegt kurz.

    ‚Könnten zwar eigentlich alle meine Enkel sein, aber warum nich unter Schalkern.‘

    „Ihr könnt auch Du für mich sagen. Ich heiße Tadeus.“ Er hält Hoss seine Bierflasche hin und sie stossen miteinander an.

    „Fein!“, sagt Hoss.

    „Wie ich heisse, hasse ja schon gehört. Neben Dir sitzt der Manni und hier neben mir sitzen der Ötte und der Hennes. Die zwei sind Brüder."

    "Zwillinge sogar.", ergänzt der, der neben Hoss sitzt, "Sieht man gleich, ne.“

    ‚Es gibt Brüder, die sich ähnlicher sehen.‘, denkt Tadeus.

    ‚Vielleicht, wenn man sich den Oberlippenbart von dem Einen wegdenkt. Und die langen Haare vom Andern‘

    „Wir sagen auch manchma Sonny und Cher für die Beiden. Ötte und Hennes ham ihre Eltern se getauft, weil se beim Tibulsky unner der Theke gezeucht wurdn.“

    Der neben ihm sitzende, der mit dem Oberlippenbart, versetzt Hoss im Scherz mit dem Ellbogen einen Stoß in die Rippen. Wobei ihm der Stoß vielleicht ein wenig fester gerät, als beabsichtigt.

    „Da draußen aufm Gang beim Rauchen steht unser Jimmy, unser Eisenbieger.“, erzählt Hoss weiter, während er seine Hände auf die Rippen preßt.

    Die Type, den „Eisenbieger“, hat Tadeus irgendwann bestimmt schon mal wo gesehen. Vermutlich in der Glückauf-Kampfbahn oder bei Ötte Tibulsky in der Gaststätte. So Jemand fällt jedenfalls auf. An den zwei Metern Körpergröße fehlt ihm wohl nicht viel. Wenn überhaupt. Überaus kräftige Statur. Dichter Vollbart. Am Kragen und an den Ärmeln ragen seine Tätowierungen unter dem T-Shirt hervor. Seine Struwwelpeterfrisur bändigt er mit einem Stirnband. Um seinen Hals trägt er sowas wie ein Amulett.

    ‚Der Kettwiesel war seiner Zeit um Jahrzehnte voraus.‘, denkt Tadeus. ;Heutzutage würde der gar nicht mehr auffallen. Damals ham ihn die meisten nich so ganz für voll genommen.‘

    Er überlegt sich, ob er ihnen die traurige Geschichte vom Kettwiesel erzählen soll. Aber da fangen die Jungen auf einmal wieder an zu singen. Oder auch zu grölen. Je nachdem, wie gut sie bei Stimme sind. Tadeus hat das Radio eigentlich schon längst vergessen, das die ganze Zeit weiter vor sich hingedudelt hat.

    Jimmy und einer der beiden Brüder, wieder der mit dem Oberlippenbart, schaffen es, im Takt der Musik zu bleiben. Der mit den langen Haaren auch noch so einigermaßen. Die beiden Anderen, naja, nicht so ganz. Ist aber vielleicht auch nicht so ganz einfach. Vor allem, wenn man schon etwas angeheitert ist.

    „Hey Stan. Watt machse denn mit die Pille am Fuß?“

    Und dann lachen sie wie verrückt.

    „Hey hey Stan. Wat machse denn mit die Pille am Fuß?“

    Wieder lachen sie.

    Tadeus errät, daß der Text irgendwas mit „Stan“ Libuda zu tun haben muß.

    „Datt is Jimmy Hendrix, ‚Hey Joe‘.“, klärt Hoss ihn auf, als der sich einigermaßen beruhigt hat.

    „Wir ham uns da neulich nen neuen Text für einfallen lassen, als wa unterwegs waren.“

    Diesmal ist es zur Abwechslung mal Manni, der einen Kommentar abgibt.

    Gerade setzt der Refrain wieder ein und Hoss singt auf Englisch mit. Die Anderen wieder den eigenen deutschen Text.

    „Hey, Joe, what you’re gonna do with that gun in your hand.“

    „Hey, Stan. Watt machse denn mit die Pille am Fuß.“

    Tadeus hat nach dem Krieg ein paar Brocken Englisch gelernt. Daran kam man ja damals quasi fast nicht vorbei. Aber er hat schon längst wieder alles vergessen. „Gan“ kommt ihm bekannt vor, hat er vielleicht schon mal gehört, und „Hend“ heißt vermutlich „Hand“. Und Stan wird also nicht „Schtann“ ausgesprochen, sondern „Stän“.

    ‚Man lernt immer wieder watt dazu.‘

    Früher hätte es vielleicht ein paar Bier mehr für Tadeus gebraucht, um diesen Text sinnig zu finden. Heute, am Tag seiner Goldenen Hochzeit, genügt eins. Deshalb singt er mit.

    „Hey hey Stan. Wat machse denn mit die Pille am Fuß?“

    „Bist aber auch ganz kräftig bei Stimme.“, lobt ihn Hoss. „Iss mir vorhin schon aufgefallen.“

    „Hab ich von Vaddern.“, entgegnet Tadeus und lehrt seine Flasche, die er anschließend in den Bierkasten rechts von ihm stellt. Hoss deutet ihm, daß er sich ruhig noch eine zweite nehmen könne. Tadeus wehrt ab und deutet auf seinen Magen.

    Sein Vater war von ähnlicher Statur gewesen wie Hoss. Er hatte immer die Brote mit diesem riesengroßen Schuber, oder wie man das nannte, aus dem Ofen geholt und dabei Opernarien gesungen. Wie Caruso. Sein Traum war es immer gewesen, mal eine Aufführung an einem der berühmten Festspielhäuser zu sehen. Von der ‚Scala‘ in Mailand hatte er besonders geschwärmt. Aber ein Bäcker polnischer Abstammung im Ruhrgebiet buk in dieser Hinsicht natürlich kleine Brötchen um die Jahrhundertwende.

    „Sehr verehrte Damen und Herren. In wenigen Minuten erreichen wir Frankfurt Hauptbahnhof. Sie haben dort Anschluß an...“

    Die freundliche Stimme des Zugführers reißt Tadeus aus seinen Erinnerungen. Die Anderen suchen ihre Sachen zusammen. Stellen ihre Flaschen in den Bierkasten, den Hoss offenbar tragen soll. Jimmy hebt die blau-weiße Fahne vom Boden auf, die er aber nicht gerade aufrichten kann, weil sie an der Decke anstößt.

  • Am Gold'nen Hochzeitstage (Leseprobe)Datum15.08.2010 08:26

    “LI-BU-DA! LI-BU-DA!”

    Die Rufe und laute Rockmusik wecken den Alten. Er blickt auf seine Taschenuhr, die schon sein Großvater an der Kette getragen hat, ein altes Familienerbstück also, und stellt fest, daß er ungefähr eine Stunde geschlafen hat. Der Zug bewegt sich gerade irgendwo auf freiem Feld. Noch etwa zweieinhalb Stunden bis Frankfurt.

    Von draußen scheint hell die Sonne in sein Abteil. Es wird heute sicher ein heißer Tag. Tadeus steht auf und zieht seine Jacke aus und hängt sie an den Haken. Das Fenster zu öffnen, traut er sich nicht. Bei dem Fahrtwind könnte er sich erkälten. In seinem Alter ist mit einer Lungenentzündung schließlich nicht zu spassen.

    In einem der Abteile nebenan sitzen die jugendlichen Schalker und haben ihr Radio laut aufgedreht. Ihre große blau-weiße Fahne hat wohl keinen Platz im Abteil. Sie liegt zusammengerollt der Länge nach auf dem Boden des Ganges.

    Der Alte ist versucht nach nebenan zu gehen, um die Jugendlichen zu bitten, das Radio etwas leiser zu machen. Da hört er schon die Stimme des Schaffners. Und setzt sich wieder.

    “Fahrkarten, bitte. Die Fahrkarten. Wos is denn des hier für ä Lärm.”

    Der Schaffner spricht hessischen Dialekt. Tadeus fällt ein, daß er die Fahrkarte noch in seiner Jacke hat und er steht wieder auf. Beim Herausziehen der Brieftasche fällt ihm unbemerkt ein Stück gelb-roter Stoff auf den Boden.

    “Und was is des hier für a Saustall. Du amol die Füss nunner, junger Mann. Bist doch ned dahem.”

    “Geht klar, Chef.”

    Die Musik wird leiser gedreht. Tadeus hört das Klicken der Zwickzange. Dann kommt der Schaffner zu seinem Abteil. Er sieht aus, wie Tadeus ihn sich schon von der Stimme her vorgestellt hat. Er hat Ähnlichkeit mit dem Schauspieler Joseph Offenbach, der in der Fernsehserie “Die Unverbesserlichen” den Familienvater “Kurt Scholz” spielt. Vor drei, vier Wochen war erst wieder eine neue Folge ausgestrahlt worden.

    Einer der Jugendlichen intoniert nebenan das Vereinslied und die anderen stimmen mit ein.

    “Blau und Weiß, wie lieb ich Dich...”

    “Einen Radau machen die Brüder...”, meint der Schaffner als Tadeus ihm seine Fahrkarte gibt.

    “Blau und Weiß verlass mich nicht...”

    “Dabei gewinne die bleeden Schalker doch heut sowieso ned. Der Müller macht minnestens zwei Tore. Minnestens.” Wieder das Klicken der Zwickzange.

    ‚Arschloch!‘, denkt Tadeus, während nebenan gerade “alle jungen und schönen Mädchen blau und weiß spazieren gehen.”

    “Sie hawwe da was verlore.”. Der Schaffner bückt sich und gibt Tadeus das Stück Stoff und die Fahrkarte.

    “Hier, Ihr Taschentuch. Die Schalker hawwe doch kan un‘ mit dem Libbudda is doch a nix mehr los”

    Nebenan wird der Prophet Mohamed besungen und Tadeus säubert das Stück Stoff vom Staub des Bodens und von den Berührungen des Ungläubigen.

    “Mer hawwes ja letzte Woch gesche die Eintracht wieder gsehn.”

    In Tadeus staut sich Groll auf. Am liebsten würde er...

    Aber in seiner Jugend hat man ihm tiefen Respekt vor Uniformen beigebracht. Das war seinerzeit so. Dieser Respekt war so tief im Volk verwurzelt, daß ein Schustergeselle sich eine Hauptmannsuniform anzog, um sich im Rathaus Köpenick einen Reisepass zu ergaunern. Das ganze Deutsche Reich hatte über die “Köpenickiade” gelacht. Sogar seine Majestät, der Kaiser, soll sich der Sage nach herzhaft amüsiert haben.

    ‚Damals bin ich zehn oder elf gewesen.‘ denkt der Alte, der vor seinem geistigen Auge Heinz Rühmann in der Rolle des Schusters Wilhelm Voigt sieht.

    Er fällt in den Gesang der Jugendlichen ein.

    “Tausend Feuer in der Nacht haben uns das große Glück gebracht.”

    Der Schaffner tippt sich an die Stirn und entfernt sich. Tadeus folgt ihm auf den Gang und singt weiter.

    “Tausend Freunde, die zusammen stehen, zusammen stehen, dann wird der FC Schalke niemals untergehen.”

    Der Gesang wird im anderen Abteil lauter und Tadeus singt den selben Text noch einmal mit voller Inbrunst.

    “Tausend Freunde, die zusammen stehen, zusammen stehen, dann wird der FC Schaaalke niiiiemals untergehen.”

    Dann nickt er freundlich lächelnd den Jugendlichen zu, die ihm mit ihren Flaschen und Dosen zuprosten und geht zufrieden zurück in sein Abteil.

    Sein Blick fällt wieder auf das gelb-rote Stück Stoff in seiner Hand. Er schaut auf die große blau-weiße Fahne auf dem Gang und wieder auf das Stück Stoff.

    ‚65 Jahre iss datt Dingen alt. So alt wie unserer Verein.‘

    All die Jahrzehnte hatte er es bewahrt, das gelb-rote Fähnlein, das er als kleiner Junge auf der Goorwiese geschwenkt hatte. Als die Westfalia aus Schalke ihr erstes Spiel machte....

    Er hatte sie belauscht. Damals am 4. Mai 1904, an einem Mittwoch, als die Jungens im Elternhaus vom Heinrich Kullmann ihre Pläne schmiedeten. In der Hauergasse, unweit von der Bäckerei seines Vaters.

    'Endlich gründet der Willy seinen Verein.', hatte er sich gefreut. Und er hätte Purzelbäume schlagen können vor lauter Freude. Wenn er nicht so unsportlich gewesen wäre. Das war immer das Problem gewesen. Nicht nur, daß er für die anderen viel zu jung war. Nein, er war auch noch viel zu dick für sein Alter und für seine Körpergröße. Das einzige, verhätschelte und gemästete Kind eines Bäckermeisters. Der wunderbare Kuchen und Torten backen konnte.

    Seine Mutter hatte zunächst keine weiteren Kinder bekommen. Erst mit bald sieben Jahren bekam der kleine Taddel ein Schwesterchen. Über eins ihrer Spielzeuge, das zuvor seins war, war er an jenem Ersten Weihnachtsfeiertag 1903 gestolpert. Aber das Schwesterchen war immer krank gewesen und oft nur in seinem Bettchen gelegen. Mit zwei Jahren oder so war es dann gestorben. Und Taddel blieb das einzige Kind.

    Die beiden Weltkriege haben Tadeus so rank und schlank gemacht, wie er es heute ist. Man sollte annehmen, daß ein Weltkrieg für ein Menschenleben genug wäre. Aber er hat zwei erlebt. Und überlebt. Wie, das kann er heute selbst nicht genau sagen.

    Willy hatte auf die Farben gelb und rot bestanden. Unbedingt gelb und rot.

    "Wegen die Käsköppe." wie es einer der Anderen ironisch ausgedrückt hatte.

    "Die Farben hat sonst keiner weit und breit.", war Willy's letztlich überzeugendes Argument.

    Also, bitteschön, dann eben gelb und rot. Trikots konnten sie sich zuerst sowieso keine anschaffen. Nur für das kleine Fähnchen hatte der Stoff gereicht.

    Das mit dem Namen war auch so eine Sache. "Schalke" war klar wie Kloßbrühe. "Gelsenkirchen", dazu gehörte Schalke ungefähr seit einem Jahr, blieb aussen vor. Stand überhaupt nie wirklich zur Debatte.

    Irgendjemand hatte "Sportclub Glückauf Schalke" vorgeschlagen. Den Bergmannsgruß hatte noch kein ihnen bekannter Fussballverein in seinem Namen. In Höntrop gab es nur einen Männergesangsverein, der "Glückauf 1876" oder so ähnlich hieß. Insofern wäre dieser Name mindestens genauso originell gewesen wie die Farben. Aber weil Willy und einige Andere keine Bergleute waren, sondern Lehrlinge bei Küppersbusch, hatte Willy mit diesem Einwand den Namen abgelehnt. Es sollte "etwas Umfassenderes" sein.

    Schließlich hatten sie sich auf "Sportverein Westfalia Schalke" geeinigt. Willy war der Vorstand, Heinrich der Kassier. So wie es heute immer noch wieder gerne erzählt oder niedergeschrieben wird.

    [ Editiert von nuvoletta am 15.08.10 8:33 ]

    [ Editiert von nuvoletta am 15.08.10 8:39 ]

  • Am Gold'nen Hochzeitstage (Leseprobe)Datum15.08.2010 08:15

    Die selbe beschwerliche Reise mit der Bahn wie vor acht Tagen.

    Da hatten sie bei der Eintracht gespielt. 0:1 verloren. Am Saisonende ist das jetzt nur der 7. Platz. Zwar nicht schlecht, wenn man bedenkt, daß sie die Saison davor beinahe abgestiegen wären. Aber mit ein bisschen mehr Glück hätten sie jetzt auch Vizemeister werden können. Verrückte Bundesliga. Nürnberg, der Meister des Vorjahres ist dieses Mal abgestiegen. Einfach komplett verrückt.

    Dieses Mal sind die Seppls Meister geworden. Zum zweiten Mal in ihrer Vereinsgeschichte.

    ‚Das erste Mal war...‘

    Tadeus Pritschikowski erinnert sich nicht mehr so genau.

    ‚War das im Jahr als wir gegen die Fortuna spielten? Dieses legendäre Spiel. Oder das Jahr darauf?‘

    So viele Jahre. So viele Spiele.

    ‚Ach ja! Natürlich! Wir waren doch im Halbfinale. Damals auch schon gegen die Eintracht. Irgendwann Ende Mai 1932. Also nicht im Jahr unserer Sperre. Alle haben wir damals schon mit einem Finale gegen Nürnberg spekuliert. Und dann sind die beiden Judenclubs ins Finale gekommen...‘

    ‚Die beiden Judenclubs. Mein Gott!‘

    So hat man den FC Bayern München und Eintracht Frankfurt damals genannt. Und nicht nur die...

    Der alte Mann will sich an die Zeit, die danach kam, gar nicht mehr erinnern. Er selbst ist Katholik. Wie es seine Eltern und seine Vorfahren auch schon waren. Gebürtige Polen. Keine protestantischen Masuren. Wie die Vorfahren von Szepan und Kuzorra.

    „Gemmich' wech mittie Polacken.“, soll der Clemens einmal gesagt haben. Es versetzt dem alten Tadeus noch heute einen Stich ins Herz. Er kann das gar nicht glauben. Heute sieht er ihn natürlich jeden Tag, wenn er in seinem Zigarrenladen seine Zeitung holt oder Lotto spielt und sie sind freundlich miteinander. Wobei Clemens ganz allgemein bisweilen einer knorrigen Eiche gleicht im Umgang. Tadeus wohnt gewissermassen gleich über die Straße. Das Stück die Uechtingstraße rein, die an die Kurt-Schumacher-Straße grenzt, wo Kuzorra seinen Laden hat, die früher die Kaiserstraße war und danach eine Zeitlang den Namen des „Gröfaz“ trug, des „Größten Feldherrn aller Zeiten“.

    Damals, nach dem Januar 1933, hat er kein einziges der glorreichen Spiele des Schwägerpaars gesehen. Kein einziges. Nicht das 2:1 gegen Nürnberg, nicht das 6:4 gegen Stuttgart, nicht das 9:0 gegen Admira Wien. Kein einziges. Er war in seinem vierzehnten Ehejahr mit Rosemarie und den Kindern nach Friedenshütte gezogen. In die für ihn völlig fremde Heimat seiner Vorfahren. Und er hatte seinen Namen wieder so geschrieben, wie er bis zum Ableben seines Vaters an dessen Bäckerladen in der Hauergasse gestanden hatte, Prczykowsky.

    Und wenn Schalke in Berlin spielte oder sonstwo in einem Finale, hatte er mit zittrigen Händen die Knöpfe an seinem Rundfunk-Empfänger gedreht und geweint. Bitterlich geweint....

    [ Editiert von nuvoletta am 16.08.10 14:28 ]

  • Am Gold'nen Hochzeitstage (Leseprobe)Datum15.08.2010 08:07

    "Am Goldn'en Hochzeitstage wurd' Omma fast verrückt
    Als Oppa still und heimlich zum Endspiel sich verdrückt...."



    14. Juni 1969


    Leise fällt die Wohnungstür ins Schloß. Und so leise wie es ihm möglich ist, geht er die Treppenstufen hinunter, seine Schuhe noch in der Hand. Die Treppe knarzt ein bisschen.

    ‚Lieber Gott, mach datt die olle Raab nich schon wach is.‘ betet er innerlich.

    Um seine Rosemarie macht er sich weniger Sorgen. Die schläft tief und fest. Aber die Nachbarin ist jeden Morgen schon früh auf und steckt ihre Nase immer in alle möglichen Angelegenheiten. Und wenn sie ihn sieht, wird sie ihm freudestrahlend gratulieren. Aber darauf legt er überhaupt keinen Wert. Auf das ganze andere Tamtam auch nicht, mit Bürgermeister und dergleichen.

    ‚Die solln ma schön alleine feiern.‘, denkt er sich.

    Ist der Bürgermeister überhaupt da? Oder ist der wohl auch in Frankfurt. Dann schicken die den zweiten oder den dritten. Oder irgendeinen, den se noch haben. Der kein Schalker is.

    ‚Wenn ich nochma heirate, dann sicher nich im Juni.‘

    Inzwischen ist der betagte Herr im Erdgeschoß angekommen und hat schon die Haustürklinke in der Hand, da hört er hinter sich, aus Richtung Keller kommend, eine krächzende Stimme.

    „Ach, Herr Pritschikowski!“

    Da isse schon. Die olle Raab. Der Name ist bei dieser Frau Programm. Ständig läuft sie in einer ihrer Kittelschürzen rum und hat ein Tuch auf dem Kopf. Jetzt hält sie grad eine Kehrschaufel und einen kleinen Besen in ihren Händen. Sie muß ungefähr so alt sein wie er selber, vielleicht sogar ein bisschen jünger. Aber er hat sie nie danach gefragt. Denn erstens fragt man eine Dame nicht nach ihrem Alter. Auch nicht die olle Raab. Und zweitens hat es ihn gar nicht interessiert.

    „Alles, alles Gute.“

    „Jau, danke! Iss gut.“

    Flehentlich hebt er den Kopf und blickt nach oben. Zu seiner Wohnung.

    „Wieso hamse denn die Schuhe noch inner Hand?“

    Er führt den Zeigefinger zum Mund und bewegt sich auf seine Nachbarin zu.

    „Meine Frau schläft noch.“ flüstert er.

    „Wollnse ihr sicher Blumen holen geh’n, woll? Ach, iss datt aber nett. Da wird se sich aber freuen.“

    „Ja! Genau!“

    Die Lautstärke der Nachbarin ist zwar schon etwas gedämpfter. Aber noch ist er nicht ganz zufrieden. Das gibt er ihr mittels Zeichensprache zu verstehen.

    „Dann bis nachher.“, flüstert die Alte und bewegt sich in Richtung ihrer Wohnung im Erdgeschoß.

    Tadeus Pritischikowski läßt sich mühsam auf die Treppe sinken und bindet sich die Schuhe zu.

    „Soll ich ihnen helfen?“ Schon wieder die krächzende Stimme hinter ihm.

    „Ne!“ winkt er ab.

    ‚Datt fehlte noch.‘

    Endlich hört er hinter sich die Tür ins Schloß fallen. Er ist grade fertig mit Schuhe binden und richtet sich ebenso mühsam, am Treppengeländer festhaltend, wieder auf. Dann geht er hinaus auf die Uechtingstraße, hinunter zur Straßenbahn.

    Seinen Schal hat er oben vergessen, fällt ihm an der Haltestelle gegenüber von Kuzorra’s Laden ein. Aber er kann nicht mehr zurück. Um diese Jahreszeit braucht er ja eigentlich auch keinen Schal. Aber er hätte ihn irgendwo in die Jackentasche gesteckt. Wenn Schalke nun verliert...

    ‚Langsam werd‘ ich doch tüddelich.‘

    Er weiß gar nicht mehr wie lange das schon her ist. Vier, fünf Jahre bestimmt, seit Rosemarie ihm den selbstgestrickten Schal zu Weihnachten geschenkt hat. Marineblau nicht königsblau, aber sie hat sich das ja in all den Jahrzehnten nicht merken können und hat es gut gemeint. Jedenfalls hatten die Knappen gleich das erste Heimspiel danach gewonnen und das nächste, bei dem Tadeus den Schal nicht mitgenommen hatte, hatten sie verloren. Seitdem ist der Schal immer dabei. Früher, als Kind, hatte er es gehaßt, wenn seine Mutter ihm den Schal immer hinterher trug. Aber der war damals auch gelb gewesen und hatte furchtbar gekratzt.

    Kurz ist er versucht, wieder zurück zu gehen. Denn heute ist ein besonders wichtiges Spiel für Schalke. Ein Pokalfinale. Erst einmal haben die Königsblauen ein Pokalfinale gewonnen und das ist über dreißig Jahre her. Danach sind sie immer wieder gescheitert. Fünf mal bis heute. Wenn sie nun heute wieder nicht...

    Aber da kommt bereits die Straßenbahn. Es muß ohne den Schal gehen. Irgendwie müssen sie gegen die Seppls gewinnen. Schließlich will er nicht mit leeren Händen aus Frankfurt zurückkommen.

    ‚Die Gardinenpredigt wird so schon schlimm genuch.‘

    Aus Richtung der Glückauf-Kampfbahn kommen ein paar Jugendliche gelaufen, die die Straßenbahn noch erreichen wollen. Der eine trägt eine riesengroße blau-weiße Fahne, der andere bläst in eine Tröte und dann rufen sie alle gemeinsam im Chor.

    „LI-BU-DA ! LI-BU-DA!“

    Und die Miene des Alten hellt sich auf....

  • Am Gold'nen Hochzeitstage (Leseprobe)Datum15.08.2010 07:56

    Jahreswechsel 1903/04



    "... dwelt a miner, fortyniner, and his daughter Clementine..."

    Der Kettwiesel ist wieder am Singen. Willy hört die scheppernde Stimme schon draußen auf der Gewerkenstraße, als er sich dem "Haus Der Vier Jahreszeiten" nähert. Und schmunzelt. Er freut sich, den Kettwiesel zu sehen.

    "Oh my Darling, oh my Darling, oh my Darling Clementine..."

    Willy öffnet die Tür zur Gaststube. Die ist festlich geschmückt und gut besucht. In der hintersten Ecke steht noch der Weihnachtsbaum. Überall hängen Girlanden und Luftschlangen. Der Kettwiesel lehnt an der Theke und ist offenbar wieder einmal die selbsternannte Attraktion des Abends.

    "Willy, mein Junge", ruft der Kettwiesel freudig aus und geht schwankend auf ihn zu.

    "Freu mich, Dich zu sehen. Vaddern sitzt da hinten mit dem Hilgert und mit mein Chef."

    Der Kettwiesel legt freundschaftlich den Arm um Willy's Schulter und deutet auf einen Tisch in einer Ecke der Gaststube. Dort sitzt Willy's Vater mit ein paar Kollegen von Consol. Der Bäckermeister Prczykowsky, bei dem der Kettwiesel tagsüber in der Backstube arbeitet, sitzt dort ebenfalls.

    "Und watt machst Du hier?", wundert sich Willy, weil er den Kettwiesel eigentlich in einer anderen Gaststube, bei Dittmar in der Herzogstraße, vermutet hat. Dort hilft der Kettwiesel nämlich gewöhnlich Abends aus.

    "Ach.", winkt der Kettwiesel ab. "Die sollen sich ihre Kegel heute selber aufstellen. Da sind heute die Schnösel vonne Sechsundneunziger da. Mit denen krieg ich nur wieder Kabbelei. Ich kann datt Pack nich leiden. Ich freu mich immer, wenn die den Arsch voll kriegen. So wie gegen die Holländer. Warste da?"

    Willy nickt. "Hab ich Dir doch schon vor Wochen erzählt."

    "Ich konnt leider nich. Hätt ich gerne gesehen. Wir sind Schalker und Ihr nicht. Hähä. Rin datt Ding."

    Der Kettwiesel macht eine Drehung und stößt dabei versehentlich mit einem Mann zusammen, der gerade seinen Mantel vom Garderobenhaken nimmt und sich den Hut aufsetzt. Eine stattliche Erscheinung mit einem noch stattlicheren Schnurrbart. Den hat er nämlich bis hinter die Ohren gedreht.

    "Oh. Pardon, Majestät." Der Kettwiesel nimmt seine Pelzkappe ab und macht einen höflichen Diener bis fast zum Boden. Dann grinst er den Anderen frech an. "Bisse schon am Gehen, August?"

    "Jau! Datt hält ja hier kein Mensch aus mitt deine Singerei." entgegnet der Angesprochene mit einem verschmitzten Lächeln.

    "Aber ich sing doch ga nich mehr. Außerdem is heut Silvester. Jetzt pöhlen wir grad n' bissken."

    "Fussball! Datt au noch. Mei'm Jungen würd ich die Hammelbeine langziehen, wenn der mir damit ankäm. Die Hammelbeine."

    "Wäret Dir vielleicht lieber, wenn er boxen tut?"

    "Ach! Red doch hier nich von ungelegten Eiern." Der Herr macht eine wegwerfende Handbewegung nimmt die Türklinke und der Kettwiesel prostet ihm mit seinem Bierglas zu.

    "Wiederseheh'n , August. Grüß mir Deine Karoline und die Kinder recht schön. Sind datt nu vier oder schon fünf? Ach, egal." Der Kettwiesel macht die selbe Handbewegung und wendet sich zur Theke.

    "Auf Wiedersehen, Herr Szepan.", schließt Willy sich dem Gruß an, der die Unterhaltung zwischen den Beiden amüsiert beobachtet hat.

    August Szepan stülpt sich den Kragen hoch, tippt sich an den Hut und verläßt die Gaststube. Der Kettwiesel nimmt einen tiefen Schluck aus dem Bierglas, dann fällt ihm anscheinend etwas ein. Er bricht das Trinken ab und setzt das Glas auf die Theke.

    "Hmm! Mensch, Willy, ich hab Dir ja watt mitgebracht. Ich habs Deinem Vadder gegeben, weil ich ja nicht wußte, datt Du heute kommst. Geh ma zu ihm hin."

    Willy wundert sich. Was, um alles in der Welt, kann ihm der Kettwiesel mitgebracht haben. Er geht zum Tisch seines Vaters, begrüßt ihn und seine Kollegen und natürlich auch den Bäckermeister und der Vater gibt ihm das Paket vom Kettwiesel. Etwas Rundes. Naja, ganz so rund wieder nicht. Während er es aufschnürt, blickt er irritiert zum Kettwiesel und geht zurück Richtung Theke. Dort angekommen, entpuppt sich der Inhalt tatsächlich als das, was Willy schon die ganze Zeit vermutet hat.

    Es ist ein Ball - ein Lederball.

    Jedenfalls war es das mal. Seine besseren Tage scheinen vorbei zu sein. Aber mit ein bisschen Geduld und Spucke...

    "Die vonner Urania wollten ihn wegtun. Da habbich gesacht, gebt ihn mir. Den brauch ich für mein' Kumpel. Vielleicht kann man ihn ja wieder..."

    "Der Heinrich kriegt datt schon hin." Willy ist immer noch ganz verdattert. Damit hat er im Leben nicht gerechnet.

    "Weiß gar nich, watt ich sagen soll. Du schenkst mir immer so tolle Sachen. Damals die Fotografie vom Crystal Palace und jetzt..."

    "Schon gut, mein Junge. Dein Vadder hat mir damals auch geholfen. Wenne Deinen Verein endlich aufgemacht hast und Ihr spielt irgendwann mal gegen Sheffield oder so, dann kannste ja an mich denken."

    "Datt kann aber noch dauern." lacht Willy, dessen Augen gleichzeitig feucht schimmern. "Im Moment wär ich schon glücklich, wenn wir bald gegen die Sechsundneunziger spielen würden. Und der Duisburger Spielverein wäre sowieso ein Traum. Aber ich muß den Heinrich, den Viktor und die Andern erst noch überreden."

    "Wenn ich nich schon so 'n alter Sack wär, wär ich ja sofort dabei. Aber ich mit meine kaputten Knochen..."

    Im September 1886 hatte ein großes Unglück auf Consol 50 Todesopfer gefordert. Der Kettwiesel war im Hospital aufgewacht und hatte erfahren, daß sein bester Freund unter diesen Opfern gewesen war. Halbwegs genesen war er dann von einem zum anderen Tag einfach fort gegangen. Niemand wußte wohin. Vor ungefähr drei Jahren war er plötzlich wieder aufgetaucht. Krank vor Heimweh nach seinem Schalke. Aber sein Schalke, so wie er es verlassen hatte, gab es quasi nicht mehr. Es hatte sich in den anderthalb Jahrzehnten, in denen sich der Kettwiesel in der Welt herum getrieben hatte, unglaublich viel verändert. Veränderungen die erst in diesem Jahr darin gipfelten, daß das zuvor selbständige Amt Schalke mit Gelsenkirchen zu einer Großstadt vereint wurde.

    "Datt is die größte Sauerei, datt die das gemacht haben.", pflegt der Kettwiesel sich immer aufzuregen, wenn man ihn darauf anspricht.

    Willy's Vater hatte ihn nach seiner Rückkehr wieder mitgenommen auf Consol. Unten im Schacht hatte der Kettwiesel aber gleich am ersten Tag hyperventiliert und am zweiten wie ein Irrer getobt. Willy's Vater hatte schließlich bei Prczykowsky ein gutes Wort für den Kettwiesel eingelegt. Seitdem arbeitet er dort tagsüber als Bäckergehilfe, macht die Öfen sauber und dergleichen. Abends hilft er bei Dittmar in der Kegelbahn und hat dort auch einen Platz zum Schlafen.

    Um Mitternacht, geht Willy an der Seite seines Vaters die Gewerkenstraße runter Richtung Schalker Markt. Sie biegen in die Schalker Straße ein, die parallell zur Kaiserstraße verläuft. Wo die Sechsundneunziger in ihren vornehmen Häusern wohnen. Am liebsten würde Willy deshalb stolz mit seinem Ball, den er wie einen kostbaren Schatz unter seinem Arm trägt, die Kaiserstraße entlang flanieren. Aber er folgt seinem Vater. Über die Grillostraße gehen sie zurück nach Hause.

    Noch in seinen Träumen verfolgt ihn das Feuerwerk. Er und seine Mannschaftskameraden haben Haus Goor festlich geschmückt. Haben zwei Tore und Eckfahnen auf die Wiese gestellt. Am Horizont erscheint plötzlich ein Flugzeug vom Kettwiesel gesteuert, der ihm einen Ball, nein seinen Ball, zuwirft....

  • Am Gold'nen Hochzeitstage (Leseprobe)Datum15.08.2010 07:45

    Weihnachten 1903


    Sie waren geflogen, sie waren wirklich richtig geflogen. Der Mensch konnte fliegen. Unfassbar.

    Seit ein paar Tagen spricht man in ganz Schalke, in ganz Gelsenkirchen und vermutlich auf der ganzen weiten Welt von nichts anderem. Irgendwo in Amerika hatten zwei Brüder eine Maschine gebaut, mit der sie fliegen konnten. Fliegen. In der Luft.

    “Tausend Meter weit.” ruft Taddel und läuft mit ausgebreiteten Armen durchs Wohnzimmer der Prczykowskys.

    “Ach, Quatsch! Doch keine tausend Meter.”, entgegnet Willy und tippt sich dabei an die Stirm.

    “Hab ich gehört.”, beharrt der Kleine.

    “So’n Kappes. Datt waren irgendwatt um die dreissich oder fünfundreissich.”

    “Streitet Euch nich Kinners. Wir ham schließlich Weihnachten.”, macht Taddel’s Mutter den wohlwissentlich vergeblichen Versuch, für Ruhe zu sorgen. Mit ihrem untrüglichen Mutterinstinkt hat sie schon längst begriffen, daß der Gies-Junge die fast schon abgöttische Zuneigung ihres Sohnes nicht erwidert.

    Willy bereut es , daß er mit seiner Mutter zu den Prczykowskys mitgegangen ist. Aber er hat gehofft, etwas Neues von Giulietta zu erfahren. Wenn nicht jetzt an Weihnachten, wann dann?

    "Freut mich, daß es Deinem Bruder wieder besser geht.", sagt Willy's Mutter zu Frau Prczykowsky, die gerade Kaffee eingießt.

    "Ja, er hat sich wohl jetzt mit seinem Schicksal abgefunden. Hat mir meine Schwägerin geschrieben. Iss aber auch schlimm mit ohne die Beine. Man kann sich das gar nich vorstellen. Dabei hat er immer so gerne getanzt." Die Bäckersfrau fügt noch irgendetwas auf Polnisch hinzu, vermutlich ein Gebet, und bekreuzigt sich dabei.

    Im April waren 30 Bergleute auf der Zeche "Königin Louise" in Oberschlesien tödlich verunglückt. Der Bruder der Bäckersfrau hatte überlebt, aber seine beiden Beine waren nicht mehr zu retten gewesen.

    Willy schaudert bei dem Gedanken. Keine Beine mehr. Kein Fussball. Alles andere wäre schlimm genug. Einen Arm zu verlieren oder eine Narbe, wie sie beim Kettwiesel teilweise vom Bart überdeckt wird. Aber keine Beine mehr...

    "Ich geh zur Goorwiese.", sagt Willy und erhebt sich vom Boden, auf dem er die ganze Zeit gesessen hat.

    "Nimm den Kleinen mit." sagt seine Mutter.

    "Au, ja! Pöhlen geh'n!", ruft der Kleine begeistert und läuft zum Kleiderhaken, um seine Jacke zu holen. Unterwegs stolpert er dabei über ein Kinderspielzeug. Einen Kreisel. Aber er rappelt sich gleich wieder hoch.

    Willy zeigt sich weniger begeistert. Wie kommt er dazu, immer den Kleinen an der Backe zu haben. Ist ja schließlich noch nicht mal sein kleiner Bruder. Und selbst wenn...

    "Muß datt sein?".

    "Komm, sei lieb.", sagt seine Mutter mit ihrem Augenaufschlag, der auch das Vaterherz schon bald zwei Jahrzehnte immer wieder zum Schmelzen bringt. "Es ist...

    "...Weihnachten. Ich weiß. Wir können wahrscheinlich sowieso nicht pöhlen. Alles viel zu nass."

    Vor drei, vier Tagen hatte es geschneit und gestern und am Vormittag geregnet. Die Goorwiese konnte sogar vereist sein. Mit dem zusammengenähten Stoffballen, den sie zum Pöhlen verwenden und der in kürzester Zeit feucht und klamm wird, ist das auf die Dauer jedenfalls nicht wirklich ein Vergnügen. Und einen Lederball hatte ihm das Christkind gestern, am Heiligen Abend, nicht gebracht. Den Anderen sehr wahrscheinlich auch nicht.

    Der kleine Taddel ist inzwischen schon längst nach draußen gelaufen. Willy geht ihm gemächlich nach, während er seine Jacke anzieht. Er hat es gar nicht mehr so eilig, zur Goorwiese zu kommen. Die Bäckersfrau gibt ihm an der Gartentür noch Schal und Mütze für den Kleinen mit.

    "Tu den Schal um und setz die Mütze auf.", ruft sie ihrem Sohn hinterher. Kann sich aber gar nicht sicher sein, ob der sie überhaupt verstanden hat.

    Willy sagt ihm noch einmal sinngemäß das selbe, als er ihn nach ein paar Metern eingeholt hat. Aber der Kleine legt gar keinen Wert auf die Sachen.

    "Da nimm, Du wirst sonst krank.", sagt Willy gereizt und mit Nachdruck.

    "Ich werd' nich krank.", entgegnet der Kleine. Nimmt aber die Sachen, um es sich mit seinem Idol nicht völlig zu verderben. Seinen Eltern gegenüber hätte er sich jetzt vermutlich beharrlich geweigert. Die sind beide immer schon Wachs in seinen Händen gewesen. Aber Willy bringt es fertig und trägt ihn eigenhändig standepede wieder zum Elternhaus zurück. Es wäre nicht das erste Mal. Also setzt er sich die Mütze auf und bindet sich den Schal zu. Dabei verzieht er angewidert das Gesicht.

    "Ich find gelb häßlich. Außerdem kratzt datt Dingen."

    "Wieso? Gelb ist doch ne schöne Farbe."

    "Ich find blau viel schöner."

    "Die Holländer haben neulich auch in Gelb gespielt.", erzählt Willy. "Gelbe Blusen und Rote Hosen. Sah richtig schick aus. Sei froh, daß Du einen so schönen Schal hast."

    "Blau ist trotdem schöner."

    "Naja, wenn Du meinst." Willy hält es für sinnlos, mit dem Kleinen über Farben zu diskutieren.

  • Am Gold'nen Hochzeitstage (Leseprobe)Datum15.08.2010 07:37

    „Willy, aufstehen. Es ist halb vier. Wir müssen zur Arbeit. Höchste Zeit“

    Halb vier Uhr morgens. Ganz sicher nicht die richtige Zeit, um sich vergnügt aus dem Bett zu schälen. In Momenten wie diesen haßt Willy seinen Vater und dessen tief dröhnenden Bass. Von dem Gepolter an der Tür und dieser gewaltigen Stimme ist jetzt sicher wieder die ganze Herzogstraße wach geworden.

    „Willy!“, dröhnt es noch einmal von draussen.

    „Ja, ist ja schon gut.“, gähnt der noch Verschlafene zurück.

    Er hatte so schön geträumt. Schalke, sein Schalke, hatte irgendeinen Pokal geholt. Es war nicht die Viktoria gewesen, um die im Sommer der VfB Leipzig und der DFC Prag gerungen hatten, sondern sah mehr so aus wie eine Blumenvase. Die ganze Kaiserstraße war voller Menschen gewesen. Glückliche Menschen. Überglückliche Menschen. Der Kettwiesel hatte dauernd auf seine riesengroße Pauke gehauen. Bumm Bumm Bumm Bumm. Das es eine helle Freude war. Einmal auch hatte er auf seinem Horn ein Signal aus dem amerikanischen Bürgerkrieg geblasen und ganz laut "Attacke geschrien. Und alle hatten das Lied gesungen, daß der Kettwiesel sonst immer zu singen pflegt. Auch so ein amerikanisches, irgendwas mit einer „Klementine“.

    Manche sagen auch „Amerikaner“ für den Kettwiesel. Weil der fünfzehn Jahre in Amerika gelebt hat und immer noch jeden Tag wie so ein Trapper durch die Straßen läuft. Ein richtiges Original mit langen schlohweißen Haaren und einem buschigen weißen Bart. Sommer wie Winter trägt er seine Fellmütze und seine Lederjacke mit den Fransen. Um den Hals trägt er ein Amulett, von dem er immer behauptet, daß ihm der echte Häuptling Geronimo das geschenkt habe. Und dann lacht er immer aus vollem Hals.

    Willy und seine Mannschaftskameraden waren auf einem Pferdewagen gestanden. Alle mit einer Schärpe dekoriert und sein Vater hatte ihm zur Feier des Tages eine richtig dicke Zigarre entgegen gehalten. Die mußte wahnsinnig teuer gewesen sein.

    „Hier mein Jung, hast Dir verdient. Bin stolz auf Dich.“

    Dann hatte ihm der Vater die Zigarre angezündet, Willy hatte gezogen und der Vater hatte ihm kräftig auf die Schulter gehauen.

    „Na schmeckt’s?“

    Willy hatte sich verschluckt und ihm war der Pokal aus der Hand geglitten. Der war dann mit lautem Gepolter zuerst auf den Boden des Wagens und dann über die Rampe auf die Straße gefallen. Der schöne Pokal demoliert. Das hatte natürlich auch wieder nur ihm passieren können. Aber zum Glück war es ja nur ein Traum.

    In Wahrheit ist das Gepolter natürlich die Faust seines Vaters an der Tür zu Willy’s Zimmer gewesen. Das Gepolter, das ihn so unsanft geweckt hat.

    Willy macht sich zurecht und begleitet seinen Vater zur Arbeit. Bis zum Sommer war er noch zur Schule gegangen. Aber auch da hatte er nicht lange schlafen können, weil er sich ein bisschen Geld mit Brötchen austragen verdient hatte. Bei Bäcker Prczykowsky. Er hatte sich das Geld zusammensparen wollen für einen Lederball. Elf Reichsmark sollte der kosten. Eine Unsumme für den jungen Willy. Aber etwa sieben Reichsmark hatte er schon beisammen gehabt. Dann war im Sommer die Nichte von Bäcker Prczykowsky zu Besuch gekommen. Ein hübsches zwölfjähriges Mädchen, das eigentlich irgendwo in der Nähe von Lüdenscheid zu Hause war. Mit ihren langen blonden Locken, ihren dunkelbraunen Augen und ihrer netten kleinen Stubsnase hatte die kleine Giulietta den Willy verzaubert und mit einem Mal war ihm der Ball egal gewesen. Und sein Sparstrumpf hatte ein Loch bekommen. Zweimal waren sie mit dem Fahrrad zur Cranger Kirmes gefahren und zum Abschied hatte er ihr eine einigermassen günstige, weil schon gebrauchte, Ausgabe von „Der Hund Von Baskerville“ geschenkt. Die Geschichte hatten sie in Zeitungsausschnitten gesammelt im Haus des Bäckermeisters entdeckt und sich eines Nachts, als sie beide von zu Hause ausgebüxt waren, im Haus Goor gegenseitig vorgelesen.

    Jetzt hat er schon lange Wochen nichts mehr von Giulietta gehört und der kleine Taddel, Tadeusz, der achtjährige Sohn des Bäckermeisters, hüllt sich in Schweigen, wenn Willy nach ihr fragt. Er möchte immer mit Willy und den Anderen mitpöhlen, aber sie lassen ihn nicht, weil er ihnen viel zu jung ist. Mit seinem Schweigen revanchiert er sich dafür bei Willy.

    „Ich bin doch Euer größter Fan.“, sagt er immer, der kleine Taddel Prczykowsky.

  • RuhrGEbietsmeisterschaft 2007/08Datum15.03.2008 11:36
    Foren-Beitrag von nuvoletta im Thema RuhrGEbietsmeisterschaft 2007/08

    FC Schalke 04 - MSV Duisburg 2:1 (0:1)



    Die aktuelle RuhrGEbietsmeisterschaft-Tabelle:

    1.) FC Schalke 04 5 5 0 0 12:4 +8 15

    2.) MSV Duisburg 5 1 1 3 7:10 -3 4

    3.) Borussia Dortmund 5 1 1 3 9:14 -5 4

    4.) VfL Bochum 3 1 0 2 3:3 3


    Es ist soweit....

    Die Nummer Eins im Pott sind wir....

    Und bleiben es auch für diese Saison....

  • RuhrGEbietsmeisterschaft 2007/08Datum10.02.2008 23:46
    Foren-Beitrag von nuvoletta im Thema RuhrGEbietsmeisterschaft 2007/08

    MSV Duisburg - Borussia Dortmund 3:3 (2:0)

    Borussia Dortmund - FC Schalke 04 2:3 (1:2)


    Die aktuelle RuhrGEbietsmeisterschaft-Tabelle:


    1.) FC Schalke 04 4 4 0 0 10:3 +7 12

    2.) MSV Duisburg 4 1 1 2 6:8 -2 4

    3.) Borussia Dortmund 5 1 1 3 9:14 -5 4

    4.) VfL Bochum 3 1 0 2 3:3 3

  • TransfergerüchteDatum01.02.2008 22:00
    Foren-Beitrag von nuvoletta im Thema Transfergerüchte

    Zitat
    Gepostet von Uwe E
    ....und mach'et besser als Dein Zwillingsbruder Di Ospeo!

    Uwe[/b]



    Der Darsteller heißt übrigens Oscar Ortega Sanchez....

    Gerade vorgestern habe ich mir den Film mal wieder angesehen....

    Ich fand die Ähnlichkeit auch auf Anhieb verblüffend....

  • Champions League 2007/08Datum28.12.2007 12:35
    Foren-Beitrag von nuvoletta im Thema Champions League 2007/08

    Für die Rückfahrt von München nach LüDo hab ich mir die neue "11 Freunde" gekauft....

    Ein sehr interessanter Artikel über die Fanszene unseres CL-Gegners, "In Der Höhle Des Drachen" oder so ähnlich. Hab datt Dingen inzwischen an Carenas Bruder verliehen....

    Schlage vor, wir lassen uns T-Shirts mit der Aufschrift "Drachentöter" anfertigen. Königsblaue mit weißer Schrift....

    Hier noch eine Erinnerung an eine meiner schönsten Europa-Cup-Nächte. Zwei meiner damaligen Klassenkameraden in der Fachoberschule waren live dabei. Der Vater von einem hatte ihnen die Reise nach Wien spendiert und mir war es ein innerer Reichsparteitag, als sie zurück kamen....

    http://uk.youtube.com/watch?v=dclELQzUwFM

  • "Hab da ma' 'ne Frage...." (Das Quiz)Datum17.12.2007 13:49

    Darf keiner...?

    Will keiner...?

    Traut sich keiner...?

    Ihr seht mich irritiert....

    Hier die Auflösung:



    Frage 5 - Antwort c: 28. September 1974, 6. Spieltag, der FC Schalke 04 muss an diesem Tag auswärts beim amtierenden Deutschen Meister FC Bayern München antreten und gewinnt dort übrigens mit 2:0. Rot-Weiss Essen empfängt dafür den Vizemeister Borussia Mönchengladbach im Parkstadion Gelsenkirchen. Der Verein von der Hafenstraße verspricht sich in der bereits WM-geprüften Spielstätte in der Nachbarstadt einen hohen Zuschauerzuspruch, verbunden mit erheblichen Mehreinnahmen. Aber das geht gründlich in die Hose. Nur 18 000 verlieren sich im weiten Rund, verloren wird das Spiel auch noch mit 1:3....



    Frage 6 - Antwort c: Insgesamt drei Pokalendspiele wurden in Gelsenkirchen ausgetragen.

    Die Glückauf-Kampfbahn war am 13. September 1961 Schauplatz des ersten großen Erfolges des SV Werder Bremen. In der 10. Minute Willi Schröder, in der 52. der Ex-Schalker Helmut Jagielski schossen die Tore zum 2:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern. Mit Willi Soya stand noch ein weiterer Ex-Schalker für Werder auf dem Platz.

    Das Parkstadion sah im Abstand von nur zwei Jahren zweimal die selben Endspielgegner. Am 15. April 1978 und am 4. Juni 1980 standen sich dort jeweils der 1. FC Köln und Fortuna Düsseldorf gegenüber. Bernd Cullmann und Roger van Gool machten für den "Eff Cee" zuerst das Double perfekt. Danach gewann Fortuna Düsseldorf 18 Pokalspiele hintereinander, bis heute Rekord, und holte sich zweimal den Pott.

    Da davon auszugehen ist, daß das Olympiastadion Berlin auf unabsehbare Zeit "das Deutsche Wembley" bleibt, bleibt Gelsenkirchen somit auch die einzige Stadt im Ruhrgebiet, in der jemals DFB-Pokalendspiele ausgetragen wurden. Nix Dortmund, nix Essen....



    Frage 7 - Antwort b: Die Glückauf-Kampfbahn wird erst am 2. September 1928 eingeweiht, kann es also nicht sein.

    Der FC Schalke 04 ist bis dahin noch gezwungen, auf andere Plätze auszuweichen, teilweise werden die Spiele vom DFB bzw. WFV auf neutralem Platz angesetzt, und trägt auch ein paar Spiele am Uhlenkrug aus. Zum Duell gegen die Münchner "Löwen" bietet sich aber die gerade ein Jahr zuvor erbaute Kampfbahn Rothe Erde an. Eingeweiht übrigens mit einem Spiel zwischen einer Dortmunder Stadtauswahl und dem FC Wacker München. Erst zehn Jahre später zieht der Verein vom Borsigplatz dort ein....



    Frage 8 - Antwort c:

    Schweden, Österreich und Ungarn haben jeweils Malta besiegt und sich gegenseitig die Punkte weggenommen. Alle drei haben 8:4 Punkte, Schweden und Österreich zudem die selbe Tordifferenz von +7 (15:8 Tore bzw. 14:7). Es kommt daher zum Entscheidungsspiel zwischen Schweden und Österreich, das am 27. November 1973 im Parkstadion Gelsenkirchen ausgetragen wird. Roland Sandberg und Bo Larsson per Elfmeter schiessen die Tre Kroners zur WM, bei einem Gegentreffer von Roland Hattenberger. Das Ergebnis steht bereits zur Halbzeit fest....


    Hat noch Jemand ein paar Fragen...?

  • "Hab da ma' 'ne Frage...." (Das Quiz)Datum08.12.2007 07:45

    Hat keiner eine Frage...?

    Dann hab ich noch welche....



    Frage 5: Nach Rot-Weiß Oberhausen wird der Wuppertaler SV am 29. Januar 2008 der zweite Verein sein, der ein DFB-Pokal-Heimspiel auf Schalke austrägt. Welcher Ruhrgebietsverein war Gastgeber eines Bundesligaspiels im Parkstadion?

    a) VfL Bochum

    b) MSV Duisburg

    c) Rot-Weiss Essen



    Frage 6: Welche Stadt ist die einzige im Ruhrgebiet, in der Endspiele um den DFB-Pokal ausgetragen wurden?

    a) Dortmund

    b) Essen

    c) Gelsenkirchen



    Frage 7: Der FC Schalke 04 steht am 8. Mai 1927 zum ersten Mal in der Endrunde um die Deutsche Fussballmeisterschaft und verliert mit 1:3 gegen den TSV 1860 München. Wo findet dieses Spiel statt?

    a) Glückauf-Kampfbahn

    b) Kampfbahn Rothe Erde

    c) Stadion Uhlenkrug



    Frage 8: Welche Nation qualifizierte sich im Parkstadion für die WM 1974?

    a) Bulgarien

    b) Polen

    c) Schweden

  • "Hab da ma' 'ne Frage...." (Das Quiz)Datum01.12.2007 23:13

    Aber irgendwie hat wohl keiner 'ne Antwort....

    Frage 1 - Antwort c)

    Huub Stevens gab sein Debut in der Nederlandse Elftal bei einer 0:3 Niederlage in Italien am 24. Februar 1979. Er bestritt insgesamt 18 Spiele und schoss ein Tor. Steht damit auf Platz 138 in der Reihenfolge aller Nationalspieler des KNVB. Der "blonde (B)Engel" Bernd Schuster und er wurden in Neapel jeweils mit Gelb verwarnt. Ungefähr so sah Huub damals aus:

    http://www.knvb.nl/oranje/selectie/spele...?player_id=1182


    Frage 2 - Antwort b)

    Bernhard Dietz war Mannschaftskapitän des Europameisters 1980. Michael Bella gehörte 1972 zum Kader, Ronnie Worm 1976, beide mußten jedoch in den entscheidenden Spielen mit einem Platz auf der Bank vorlieb nehmen. Aber alle drei waren zur jeweils fraglichen Zeit für den MSV Duisburg aktiv. Erwin Kremers, Hannes Bongartz, Vize-Europameister 1976, und Olaf Thon waren die drei Schalker....


    Frage 3 - Antwort a)

    Kaum zu glauben, aber wahr: Es werden wirklich schon zwanzig Jahre. 21. Juni 1988, das verlorene Halbfinale gegen den späteren Europameister Niederlande in Hamburg. Olaf Thon war für wenige Tage noch ein Schalker. Zum 1. Juli gehörte er schon den Bayern....


    Frage 4 - Antwort c)

    Erwin Kremers erlebte den Höhepunkt seiner Karriere am 18. Juni 1972 in Brüssel. Ebbe Sand ist am 19. Juli 1972 in Aalborg geboren, also ziemlich genau einen Monat später....


    PS: Falls Irgendjemand anders auch Fragen hat, nur zu....

    [ Editiert von nuvoletta am 01.12.07 23:16 ]

    [ Editiert von nuvoletta am 01.12.07 23:22 ]

  • RuhrGEbietsmeisterschaft 2007/08Datum01.12.2007 19:58
    Foren-Beitrag von nuvoletta im Thema RuhrGEbietsmeisterschaft 2007/08

    FC Schalke 04 - VfL Bochum 1:0 (1:0)

    .... und hier wenigstens mal eine Tabelle, die wir uns alle über Weihnachten hinter den Baum hängen und GEniessen können....


    Die aktuelle RuhrGEbietsmeisterschaft-Tabelle:

    1.) FC Schalke 04 3 3 0 0 7:1 +6 9

    2.) VfL Bochum 2 1 0 2 3:3 3

    3.) MSV Duisburg 3 1 0 2 3:5 -2 3

    4.) Borussia Dortmund 3 1 0 2 4:8 -4 3



    Wie auch immer er zustande kam, es war der dritte Derby-Sieg in der laufenden Spielzeit. Der FC Schalke 04 ist damit RuhrGEbiets-Herbstmeister....

    Oder Weihnachtsmeister....

    Oder wie Ihr wollt....

    [ Editiert von nuvoletta am 01.12.07 19:58 ]

  • Die ersten elf MännerDatum30.11.2007 21:40
    Foren-Beitrag von nuvoletta im Thema Die ersten elf Männer

    Halbrechts:

    Fritz Förderer vom Karlsruher FV

    *5. Januar 1888

    11 Länderspiele, 10 Tore zwischen 1908 und 1913

    früherer Verein: FC Germania Karlsruhe

    späterer Verein: VfL Halle von 1896



    Mit diesem Mann ist es an der Zeit, die zweite Halbzeit des Spiels einzuläuten. Wir erinnern uns, es steht 1:3 gegen Deutschland. Sieben Minuten nach Wiederanpfiff gelingt Fritz Förderer, der kurz zuvor vom FC Germania zum Karlsruher FV gewechselt ist, der Anschlusstreffer. Er wird auch zwei Wochen später in Berlin das Tor gegen England schiessen. Zwanzig Jahre und ein paar Monate ist er zu diesem Zeitpunkt alt und hat seine ganz großen Tage im Fussball noch vor sich. Noch Generationen später weiß alle Welt, wer gemeint ist, wenn vom „Frieder“ die Rede ist. Nicht nur in Karlsruhe und Umgebung. Er gilt als „Ballzauberer“, der wegen seiner Schußkraft, seiner Dribbelkunst und Explosivität herausragt und Temperament und Spielintelligenz zu vereinen versteht….

    Den Karlsruher FV gibt es seit Juli dieses Jahres wieder im Vereinsregister bzw. er wurde nie gelöscht. Seine Vereinsfarben sind rot und schwarz. Der Deutsche Meister von 1910 spielt um Punkte in der C-Klasse, nachdem vor drei Jahren aus finanziellen Gründen der Spielbetrieb eingestellt werden musste. Erstmals gegründet wurde der Verein am 10. Oktober 1891. Selbstverständlich war er an der Gründung des DFB beteiligt, stellte er doch sogar von 1904 bis 1905 mit Friedrich Wilhelm Nohe den Präsidenten. Darüber hinaus gilt das Gründungsmitglied des Karlsruher FV Walther Bensemann, dem wir auch das Fussballfachblatt „kicker“ zu verdanken haben, als einer der Wegbereiter dieses ersten Länderspiels in Basel. Am 21. Mai 1905 unterliegt der Karlsruher FV am Weidenpescher Park in Köln im Finale um die Deutsche Meisterschaft mit 0:2 gegen Union 92 Berlin. Aber am 15. Mai 1910 schlägt das inzwischen von der britischen Trainer-Legende William Townley geformte „Dream Team“ dafür an gleicher Stelle Holstein Kiel mit 1:0. Max Breunig, der in der Folge zum Kapitän der Deutschen Nationalmannschaft avanciert, verwandelt in der zweiten Verlängerung einen Elfmeter. Allerdings mussten die Rot-Schwarzen ein Jahr zuvor ausgerechnet dem Lokalrivalen FC Phönix Karlsruhe den Vortritt lassen, wofür sie sich aber im Halbfinale 1910 mit 2:1 revanchieren, und sind somit schon der zweite Deutsche Meister aus der Residenz der badischen Großherzöge. Am 26. Mai 1912 treffen sich Holstein Kiel und der Karlsruher FV erneut im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, diesmal auf dem Victoria-Sportplatz Hoheluft in Hamburg, und das Spiel nimmt einen umgekehrten Verlauf, 1:0 für die „Störche“. Bis dahin ist der Karlsruher FV seit 1901 zum achten Mal Süddeutscher Meister geworden. Dauert es nach dem Ersten Weltkrieg ohnehin etwas länger bis die Hauptstadt des Freistaates Baden wieder bessere Fussballtage sieht, für den Karlsruher FV geht die ganz glorreiche Zeit mit diesem Finale unwiderruflich zu Ende. In den Zwanzigern und Dreißigern gelingt es noch halbwegs, den Lokalrivalen FC Phönix und VfB Mühlburg Paroli zu bieten. Als nach dem Zweiten Weltkrieg zur Saison 1945/46 die Oberliga Süd ihren Spielbetrieb aufnimmt, bildet der Karlsruher FV am Saisonende das Schlusslicht hinter dem FC Phönix. Die Liga wird von 16 auf 20 Vereine aufgestockt, aber schon ein Jahr später folgt wiederum als Tabellenletzter der endgültige Abstieg. Am 16. Oktober 1952 fusionieren der FC Phönix und der VfB Mühlburg zum Karlsruher Sport-Club Mühlburg-Phönix, so noch heute der vollständige Name des KSC. Der KFV, obwohl dazu eingeladen, schliesst sich dieser Fusion nicht an. Fünf Jahre später folgt der Abstieg aus der 2. Liga Süd. Ab 1976 führt der Weg von der Amateurliga Nordbaden bis hinab in die B-Klasse. Im Oktober 2004 wird der Karlsruher FV vom Badischen Fußballverband mit sofortiger Wirkung vom Spielbetrieb ausgeschlossen, da er die finanziellen Auflagen nicht mehr erfüllen kann. Mit der Wiederaufnahme in den Spielbetrieb verbindet sich auch ein Umzug auf das Gelände eines Gehörlosenzentrums. Die fast hundert Jahre alte Heimat, „Der Platz“ bzw. „Das Stadion an der Telegraphenkaserne“, bis dahin eines der ältesten noch erhaltenen Fussballplätze Deutschlands, fiel im Juni 2006 der Abrissbirne zum Opfer. Der Verein zählt derzeit etwa 75 Mitglieder (Stand August 2007), darunter auch der einzige noch lebende Nationalspieler des KFV, Kurt Ehrmann, Teilnehmer an der Olympiade 1952 in Helsinki mit der Olympia-Auswahl des DFB.

    Christian Pander ist bislang der letzte, Fritz Förderer für den DFB der erste Spieler, dem ein Tor gegen England gelingt. Es ist der Ausgleich in der 20. Minute in Berlin-Mariendorf. Folgt man der Chronologie der Football-Associaton, so ist erst 22 Jahre später der Dresdner Richard Hofmann der erste Deutsche. Der schiesst am 10. Mai 1930 vor 50 000 Zuschauern im Berliner Grunewaldstadion sogar gleich alle drei deutschen Tore zum 3:3 und bekommt den Beinamen „König Richard“ verliehen, in Anlehnung an den legendären Kreuzfahrer-König. Erst in diesem, für den DFB schon fünften, Aufeinandertreffen treten die Engländer mit allem auf, was bei ihnen zu Hause Rang und Namen hat.

    Am ersten Sieg einer Deutschen Nationalmannschaft überhaupt, dem 1:0 gegen die Schweiz, ist Fritz Förderer beteiligt. Selbstverständlich, möchte man fast sagen, findet das Spiel doch gewissermassen in seinem „Wohnzimmer“ statt, auf dem „Platz an der Telegraphenkaserne“, wo der KFV seine Heimspiele austrägt. Die Seereise nach Oxford blieb ihm zuvor erspart, ebenso eine Reise nach Budapest gegen Ungarn, wo immerhin ein 3:3 Unentschieden erreicht wurde. Das Länderspieljahr 1910 mit immerhin vier Spielen fehlt ihm komplett.

    Zum 6:2 gegen die Schweiz am 26. März 1911 vor 8 000, mutmasslich geradezu hingerissenen, Zuschauern, in Stuttgart steuert Fritz Förderer das 4:1 in der 78. und das 5:2 in der 89. Minute bei. Zum ersten Mal steht kein zusammengewürfelter Haufen aus allen Teilen des Landes auf dem Platz, sondern mit Ernst Hollstein, Julius Hirsch, Max Breunig, der mit einem Elfmeter das 2:0 erzielt, dem ebenfalls zweifachen Torschützen Gottfried Fuchs und dem Frieder gleich fünf Spieler vom amtierenden Deutschen Meister Karlsruher FV. Blockbildung ist also das Geheimnis des Erfolges. Jahrzehnte später wird Deutschland damit zweimal Weltmeister. Eugen Kipp reiht sich mit dem 3:1 in die Torschützenliste ein….

    Am 23. April 1911 erzielt Fritz Förderer vor 3000 Zuschauern in belgischen Lüttich den Ausgleich zum 1:1 in der 50. Minute, das Spiel endet mit einer 1:2 Niederlage.

    Dem MTV 1879 München entstammten einst die Gründerväter des FC Bayern. Münchens noch heute größter Breitensportverein, der in verschiedenen Sportarten einen excellenten Ruf genießt und internationale Titel sammelt, seine Fussballer sind dagegen lediglich in der Kreisliga vertreten, erwarb just im Jahre 1910 einen 13 Tagwerk großen Sportplatz an der Marbachstraße im Stadtteil Sendling. Nachdem dort Duschen, Umkleiden und sogar eine Zuschauertribüne errichtet wurden, ist alles gerüstet für den ersten Fussball-Länderkampf in der bayerischen Landeshauptstadt. Etwa zur gleichen Zeit entsteht im Stadtteil Giesing auch der „Sechz’ger Platz“, aus dem in den Zwanziger Jahren das „Stadion an der Grünwalder Straße“, so der wohl populärste aller offiziellen Namen, die dieses Bauwerk im Lauf seiner Geschichte bekommt, wird. Aber der ist am 17. November 1911 eben genau nicht Schauplatz des 1:4 gegen Ungarn, sondern der heute längst verbaute Platz in Sendling*. Walter Borck vom MTV macht sein einziges Länderspiel, darf sich aber damit Münchens erster Fussballnational-Torwart** nennen. Nicht Fritz Förderer sondern Willy Worpitzky von Viktoria Berlin schießt das deutsche Tor. Dem liegen die Magyaren, denn er hat auch schon beim erwähnten 3:3 zweimal getroffen. Der zweifache Torschütze für Ungarn, Imre Schlosser-Lakatos, entwickelt sich wiederum zu Deutschlands Schreckgespenst, von ihm wird später noch einmal die Rede sein….

    Beim 5:5 am 24. März 1912 in Zwolle gegen die Niederlande, ein weiterer Achtungserfolg, besteht der komplette deutsche Sturm aus fünf Karlsruher Spielern. Fritz Förderer, Julius Hirsch und Gottfried Fuchs vom Karlsruher FV, Karl Wegele und Emil Oberle vom FC Phönix. Auf der linken Abwehrseite steht Ernst Hollstein Im Mittelfeld absolviert mit Wilhelm Gros neben Max Breunig ein weiterer KFV-Spieler sein einziges Länderspiel. Bemerkenswerterweise wird die DFB-Auswahl vom holländischen Publikum mit lang anhaltendem Beifall und „Deutschland“-Rufen begrüßt. Heute undenkbar….

    Am 1. Juli 1912 beim 16:0 gegen Russland gelingt Gottfried Fuchs vom Karlsruher FV wohl ein deutscher Rekord für die Ewigkeit, zehn Tore in einem Länderspiel. Jahrzehnte lang teilt er sich sogar den Weltrekord mit dem Dänen Sofus Nielsen, der bereits 1908 gegen Frankreich genauso oft getroffen hatte. (Erst der Socceroo Archie Thompson übertrifft beide am 11. April 2001 mit seinen 13 Toren beim 31:0 zwischen Australien und Amerikanisch Samoa.) Der russische Torwart Lev Ivanovitsch Favorsky träumt vermutlich die Nacht darauf vom badischen Sturmtrio Förderer, Fuchs und Oberle. Denn Fritz Förderer steuert vier weitere Treffer bei und Emil Oberle noch eines. Der einzige Nicht-Karlsruher unter den Torschützen heißt immerhin Karl mit Vornamen, mit Nachnamen Burger und stammt von der SpVgg Fürth. Für Burger und Oberle ist es übrigens jeweils der einzige Treffer im Nationaltrikot.

    Zwei Tage später, es ist immer noch die Trostrunde bei der Olympiade 1912 in Stockholm, schießt Fritz Förderer sein letztes Tor im Nationaltrikot. Es ist wieder ein Anschlusstreffer, diesmal das 1:2 gegen Ungarn in der 56. Minute. Er unterbricht damit den nicht ganz so lupenreinen Hattrick von „Slozi“, dem magyarischen Schreckgespenst Schlosser-Lakatos, der vor der Halbzeit bereits zwei Tore geschossen hatte und in der 82. Minute noch einmal zum 1:3-Endstand trifft.

    Zwei weitere Niederlagen reihen sich noch in die Länderspiel-Karriere vom „Frieder“ ein, zunächst ein 2:3 gegen die Niederlande in Leipzig. Mit einem 1:4 in Hamburg gegen Dänemark am 26. Oktober 1913 in Hamburg ist sie beschlossen. In einem Spiel um den Kronprinzenpokal am Nürnberger „Zabo“, jenem heute überbauten legendären alten Stadion des 1. FCN im Stadtteil Zerzabelshof, erleidet er anschließend einen Schienbeinbruch, der ihn in seiner Karriere entscheidend zurückwirft.

    Seine beiden langjährigen Weggefährten Gottfried Fuchs und Julius „Juller“ Hirsch seien an dieser Stelle mehr als nur eine kurze Randnotiz wert, obwohl sie nicht zu den ersten elf Männern gehörten. Beide sind nämlich jüdischer Herkunft und erleiden später im sogenannten „Dritten Reich“ ein bitteres Schicksal. Wobei der Weltrekord-Torschütze noch vergleichsweise Glück hat. Über Paris und Großbritannien gelingt ihm mit seiner Familie noch rechtzeitig am 23. Mai 1940 die Flucht nach Kanada. Als die Nationalmannschaft als amtierender Weltmeister 1955 die Sowjetunion bereist, erhält er auf Anregung Sepp Herbergers eine Karte aus Moskau, in Gedenken an seine zehn Tore bei der Olympiade. Am 25. Februar 1972 verstirbt er in Montreal, Quebec und wird unter dem Namen Godfrey E. Fochs begraben. Zuvor erhält er noch die Einladung Herbergers zur Einweihung des Münchener Olympiastadions, bei der wiederum die Sowjetunion der Gegner ist. „Er war früher mein Idol. Er war Spielmacher und Torjäger in einer Person. Er war der Franz Beckenbauer meiner Jugendzeit.“, so ein überliefertes Zitat vom „Chef“.
    Der zweimalige Deutsche Meister, er gehört auch zur Meistermannschaft der SpVgg Fürth 1914, „Julius Israel Hirsch“, wie „Juller“ sich zuletzt zwangsweise nennen muß, wird am 1. März 1943 mit weiteren elf badischen Juden nach Ausschwitz deportiert. Sein letztes Lebenszeichen ist eine Karte aus Dortmund, datiert vom 3. März 1943, ein Geburtstagsgruß an seine Tochter Esther. Die als „Mischling ersten Grades“ zusammen mit ihrem Bruder Heinold später ebenfalls deportiert wird, in das KZ Theresienstadt, heute Terezin in Tschechien. Die Geschwister überleben. Als Todesdatum ihres Vaters gilt der 8. März 1945 gemäß Erklärung des Amtsgerichts Karlsruhe aus dem Jahre 1950. Am 13. September 2005 ruft der Deutsche Fußball Bund den Julius-Hirsch-Preis ins Leben. Er soll besonderen Einsatz für Toleranz und Menschenwürde, gegen Extremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus auszeichnen. Erster Preisträger ist 2005 der FC Bayern München für die Veranstaltung des Match of Peace zwischen seinem U 17-Team und einer israelisch-palästinensischen Jugendauswahl des Peres Center for Peace. 2006 sind es die Fanprojekte vom FC Schalke 04 „Dem Ball is´ egal wer ihn tritt“ und von Borussia Dortmund „Kick racism out“.

    Fritz Förderer verschlägt es nach dem Ersten Weltkrieg als Sportlehrer nach Halle an der Saale, wo er fortan für den VfL von 1896 seine Fussballstiefel schnürt. 1919 kehrt er als Gastspieler für einen internationalen Vergleich gegen den MTK Budapest noch einmal an seine alte Wirkungsstätte nach Karlsruhe zurück. Auf seinem „Platz an der Telegraphenkaserne“ bestreitet er als rechter Verteidiger sein letztes großes Spiel. Einmal mehr begegnet ihm dort sein guter alter Bekannter „Slozi“ Schlosser-Lakatos, das Schreckgespenst, der vier Jahre zuvor den grün-weißen Dress von Ferencvaros gegen das blau-weiß vom MTK getauscht hat. Das 0:1 gilt als achtbares Ergebnis, hat der ungarische Meister auf seiner Tournee doch zuvor schon in München, Fürth, Nürnberg und Stuttgart triumphiert.

    Ein allerletzter Triumph gelingt dem Frieder mit der Mitteldeutschen Auswahl, die das Finale um den Kronprinzen-Pokal gegen Westdeutschland gewinnt. Danach wird er Trainer und arbeitet durchaus erfolgreich unter anderem beim TSV Schwaben Augsburg.

    Die Debatte um die Fusion seines KFV mit Mühlburg und Phönix zum Karlsruher Großverein verfolgt er wohl noch aus der Ferne in Weimar, wo er seinen Lebensabend verbringt und zuletzt russische Militärmannschaften sowie eine Polizei-Auswahl trainiert. Am Nikolaus-Abend 1952 verstirbt er ziemlich genau einen Monat vor seinem 65. Geburtstag. Albert Schweitzer erhält vier Tage später den Friedensnobelpreis. Die DDR beschränkt noch im selben Monat die Reisefreiheit von Einzelpersonen auf einen Umkreis von 100 km.



    *Anmerkung: Eine Information, mit der sich gegen Einheimische auf der Wies’n so manche Mass Bier gewinnen lässt. Inklusive der Allianz-Arena gab es in München schon vier Länderspiel-Schauplätze und nicht nur drei, wie viele glauben. Das Grünwalder Stadion, so der geläufige Name im Volksmund, musste auf seine Premiere übrigens noch fünfzehn Jahre warten und erlebte bis 1940 insgesamt drei Länderspiele gegen die Schweiz (12.12.1926, 2:3), Finnland (18.8.1935, 6:0) und Bulgarien (20.10.1940, 7:3). Aus heutiger Sicht unvorstellbare 32 Jahre zogen danach ins Land, ehe am 26. Mai 1972 das Münchner Publikum anlässlich der Eröffnung des nagelneuen Olympiastadions das bis dahin also fünfte Länderspiel sah, als die Auswahl der Sowjetunion zu Gast war und mit 4:1 besiegt wurde. (Drei Wochen später standen sich beide Mannschaften in Brüssel erneut gegenüber und Deutschland wurde nach einem 3:0 erstmals Europameister.)

    **Anmerkung: Bereits am 16. Mai 1910, beim 0:3 gegen Belgien in Duisburg, hatte Max Gablonsky, in folgenden Länderspielen ein Mannschaftskamerad von Fritz Förderer, vom FC Bayern auf Rechtsaußen debütiert und wurde damit Münchens erster Nationalspieler. Anläßlich seiner Reise ins Ruhrgebiet lernte er die Tochter (s)eines Gastwirts kennen, die seine Frau wurde. 1922 zog es den vierfachen Nationalspieler und späteren Oberbaurat mit seiner Familie deswegen an die Wedau, wo er nach etwa 500 Spielen für den FC Bayern noch für den Duisburger SV weiter aktiv war. 1924 gehörte er zum Kader der deutschen 4 x 100 Meter-Staffel, aber Deutschland nahm an der Olympiade in Paris, wie auch schon 1920 in Antwerpen, nicht teil bzw. sollte oder durfte nicht teilnehmen. Im Zusammenhang mit seiner eigentlichen Berufskarriere standen ihm ausserdem gerade wichtige Prüfungen bevor. Die nächsten Nationalspieler des FC Bayern waren übrigens bereits Zeitgenossen, zum Teil auch Mannschaftskameraden, von Ernst Kuzorra. Mit der Information, dass ausgerechnet ein Bayern-Spieler als erster Münchener zu Nationalmannschaftsehren kam, gewinnt man natürlich heutzutage keine Mass Bier auf der Wies’n (das war in den Tagen eines Max Gablonsky aber so noch nicht absehbar), wohl aber hiermit: Neben dem MTV 1879 mit seiner Eintagsfliege als Torwart bereicherte selbstverständlich auch der FC Wacker (Heini Altvater, Sigmund Haringer), darüber hinaus sogar der Post SV München das Kontingent Münchner Nationalspieler. Der spätere „Löwe“ Max Hammerl bestritt sein einziges Länderspiel beim 7:3 gegen Bulgarien im Grünwalder Stadion. Macht also summasumarum stattliche fünf (!) Vereine, nicht nur zwei oder drei. Manche, vorwiegend ältere Münchner haben die Nationalspieler des FC Wacker durchaus noch in ihrem Gedächtnis, aber zählen vielleicht Hammerl als Sechziger, während Walter Borck den Allerwenigsten noch ein Begriff sein dürfte…

    [ Editiert von nuvoletta am 30.11.07 21:47 ]

    [ Editiert von nuvoletta am 30.11.07 21:48 ]

  • Die ersten elf MännerDatum26.11.2007 21:25
    Foren-Beitrag von nuvoletta im Thema Die ersten elf Männer

    Mittelstürmer:

    Eugen Kipp von Stuttgarter Sportfreunde 1896

    *26. Februar 1885

    18 Länderspiele, 9 Tore

    späterer Verein: Fußballclub Stuttgarter Cickers




    Gar nicht weit weg von der Heimat der Stuttgarter Kickers, dem neumodisch genannten „GAZi-Stadion auf der Waldau“ in Stuttgart-Degerloch, trifft man auf dem Weg von oder zur S-Bahn fast zwangsläufig auf einen weiteren altehrwürdigen Stuttgarter Traditionsverein. Im Sportzentrum Waldau spielen „Die Grünen“ um Punkte in der Kreisliga A. Weil dieser Verein seine Wurzeln nicht nur im Fussball, sondern auch im Turnen hat, und in diesem Sport auf eine Tradition bis ins Jahr 1874 zurückblicken kann, heißt er seit dem 9. April 1987 Sportfreunde Stuttgart 1874. Bis dahin hat er, wie so viele andere Vereine, eine Reihe von Fusionen und Umbenennungen durchlebt. Letztmals erstklassig waren die Sportfreunde in der Saison 1947/48, als die Oberliga Süd in ihre dritte Spielzeit ging. Als Tabellenletzter stiegen sie postwendend wieder ab. Wie übrigens auch zwei der drei anderen Aufsteiger, Rot-Weiß Frankfurt und FC Wacker München, nur der VfB Mühlburg hielt die Klasse.

    Deutscher Vizemeister 1908 werden die Stuttgarter Cickers, so die damalige Schreibweise. Aber den Sportfreunden gebührt die Ehre, den ersten Fussball-Nationalspieler ihrer Heimatstadt zu stellen.

    Im Gegensatz zu vielleicht manch anderem ist die Nominierung von Eugen Kipp auch unumstritten. Schon als 16jähriger spielte er zum ersten Mal für den FC Karlsvorstadt, einem Vorläufer der Sportfreunde. Mit seinen 23 Jahren gilt er jetzt als stärkster Fussballer der schwäbischen Region. Der Mann mit dem schmalen Oberlippenbart ärgert sich sehr über die Niederlage in Basel, vielleicht auch, weil ihm kein Tor gelingt.

    Zwei Wochen später in Berlin ist er dann auch erstmal nicht dabei, sondern erst wieder in Wien. Erneut gelingt ihm kein Tor. Sein erstes Tor für die Nationalmannschaft bedeutet dafür aber auch gleich den ersten Sieg. Es ist das schon erwähnte 1:0 gegen die Schweiz in Karlsruhe am 4. April 1909, also fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem ersten Länderspiel. Seine Treffer 2 und 3 folgen wiederum ein Jahr später, am 3. April 1910, der Gegner heißt Schweiz und wird diesmal in Basel mit 3:2 besiegt. Überhaupt werden die Eidgenossen sein Lieblingsgegner. Ansonsten gönnt er nur den Holländern, den Schweden und den Ungarn jeweils eines seiner insgesamt 9 Tore. Bei der Olympiade 1912 gelingt ihm keines, Deutschland scheidet mit 1:5 gegen Österreich aus, beim 16:0 in der Trostrunde gegen Russland ist er nicht dabei. Sein letztes schiesst er am 18. Mai 1913 vor 10 000 Zuschauern in Freiburg in der 43. Minute. Es bedeutet leider nur den Anschlusstreffer bei der 1:2-Niederlage gegen die Schweiz. Inzwischen ist er Mannschaftskapitän und Rekord-Nationalspieler.

    Außerdem wechselt er in diesem Jahr auch zum Lokalrivalen Stuttgarter Cickers und wird dort Süddeutscher Meister. Muß aber gegen den späteren Deutschen Vizemeister Duisburger SV eine 1:2-Niederlage hinnehmen.

    Am 23. November 1913 spielt er in Antwerpen gegen Belgien ein letztes Mal für Deutschland. Vor 6 000 Zuschauern erlebt die DFB-Auswahl dort ein Waterloo und unterliegt mit 2:6 (0:4). Aber das ist noch lange nicht das Schlimmste, was ihm in Belgien widerfährt….

    Schon ein halbes Jahr später befindet sich die Welt mitten im Krieg und im Sommer des Jahres 1915 erhält der Kanzleisekretär seinen Einberufungsbefehl ausgerechnet nach Flandern. Bei Ypern wird er schwer verwundet. Das rechte Bein muß ihm oberhalb des Knies amputiert werden, ausserdem laboriert er an Bajonettstichen im Kiefer und in der Schulter. Der Reichsbund für Leibesübungen ehrt ihn als einzigen neben Adolf Jäger mit seiner höchsten Auszeichnung, der Adler-Plakette.

    Als Trainer eher glücklos, stirbt Eugen Kipp am 10. November 1931 an den Spätfolgen seiner Amputation.

    Zu diesem Zeitpunkt spielt sein 19jähriger Sohn, der ebenfalls Eugen heißt, bei den Stuttgarter Kickers. Der kehrt, nachdem er für fünf Jahre beim FC Bern eine fussballerische Heimat gefunden hat, zum Degerloch zurück und erreicht mit den Blauen als Gaumeister viermal hintereinander die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Seine Karriere beendet der Bauingenieur in der Saison 1947/48, in der die Kickers und die Sportfreunde ein letztes mal beide gemeinsam erstklassig spielen….

  • Die ersten elf MännerDatum25.11.2007 12:55
    Foren-Beitrag von nuvoletta im Thema Die ersten elf Männer

    Linksaußen:

    Willy Baumgärtner vom SV 04 Düsseldorf

    *23. Dezember 1890

    4 Länderspiele zwischen 1908 und 1909

    späterer Verein: BSC Sao Paulo




    Der Düsseldorfer Sportverein 04 Lierenfeld, wie der Verein heute offiziell heißt, begrüßt seine Gäste in der Ernst-Poensgen-Kampfbahn am Wilhelm-Heinrich-Weg, unweit der U-Bahn-Haltestelle "Betriebshof Lierenfeld" und spielt dort um Punkte in der Bezirksliga. Vor gut zehn Jahren war dieser Verein immerhin einmal die Nummer 2 in der Stadt am Rhein, hinter der Fortuna, und der Schreiber dieser Zeilen weilte dort an einem Sonntag Nachmittag um halb Drei, es war wohl um Ostern herum, zu einem Heimspiel gegen die Spfr. Hamborn 07. Carl Albert Ernst Poensgen war ein deutscher Industrieller und Mäzen der Stadt Düsseldorf. Die nach ihm benannte Kampfbahn ließ er 1937 errichten, nicht sein einziger Verdienst um den Sport in seiner Geburtsstadt.

    Ob Uwe Seeler oder Olaf Thon, und Lukas Podolski sowieso, alle hatten sie ihren 18. Geburtstag bereits hinter sich, als sie in der Nationalmannschaft debutierten. Willy Baumgärtner hingegen nicht. Er ist 17 Jahre 3 Monate und 13 Tage alt, als er der erste Linksaußen Deutschlands wird. Bis heute ist er der jüngste Nationalspieler in der Geschichte des DFB.

    Anscheinend macht er seine Sache dafür recht ordentlich. Denn er wird noch weitere drei Mal eingeladen und avanciert damit vorübergehend sogar zum Rekord-Nationalspieler. Er gehört vierzehn Tage später zum Aufgebot, das in Berlin gegen England antritt und fährt im Juni mit nach Wien.

    Als im März 1909 die deutschen Nationalspieler etwas blaß um die Nase dem Schiff entsteigen, mit dem sie auf die britische Insel übergesetzt sind, empfängt Willy Baumgärtner sie dort. Er lebt vorübergehend in London und deshalb bleibt ihm diese offenbar sehr raue Überfahrt erspart. In der englischen Universitätsstadt Oxford hat die DFB-Auswahl keine Chance und geht mit 0:9 unter, der Halbzeitstand ist nicht überliefert. Dabei steht in dieser Mannschaft immerhin auch ein Camillo Ugi, Deutscher Meister mit dem VfB Leipzig. Nach seinen Gastspielen beim SC Germânia São Paulo sowie bei Olympique Marseille eigentlich ein weitgereister Mann und immerhin Deutschlands erster Legionär. Das in einer Zeit, in der noch alle Welt mit dem Schiff die Kontinente überquert, weil die Fliegerei noch in den Kinderschuhen steckt. Ein Adolf Jäger spielt im Sturm. Seine Heimatstadt Altona gilt in jenen Jahren noch als „Hamburgs schöne Schwester“, erst 1937 wird sie eingemeindet. Neben ihm spielt Hermann Garrn von „Vicky“. Adsch Werner von Holstein Kiel im deutschen Tor bekommt von der englischen Presse sogar noch recht annehmbare Kritiken. Man möchte meinen, dass all diese Männer die See zumindest schon mal gesehen haben….

    Nach seiner Rückkehr aus London spielt Willy Baumgärtner noch bis 1923 für den SV 04 Düsseldorf. In den Dreißigern verliert sich plötzlich seine Spur und er gilt als verschollen. Dann wird bekannt, dass der immer noch dem Fussball Verbundene zu den Gründungsmitgliedern des BSC São Paulo gehört.

    In der brasilianischen Metropole verstirbt er auch am 16. November 1953. Sechs Tage später schiesst Max Morlock vor 76 000 Zuschauern in Hamburg zwei Tore. Die Brüder Otmar und Fritz Walter sowie Helmut Rahn jeweils noch eins. Norwegen wird mit 5:1 im Qualifikationsspiel zur WM 1954 geschlagen. Im darauf folgenden März wird das noch eigenständige Saarland ein zweites Mal besiegt und Deutschland qualifziert sich für das WM-Turnier in der Schweiz….

  • Die ersten elf MännerDatum24.11.2007 20:34
    Foren-Beitrag von nuvoletta im Thema Die ersten elf Männer

    Rechtsaußen:

    Gustav Hensel vom Casseler FV 95

    *23. Oktober 1884

    einziges Länderspiel am 5. 4. 1908 gegen die Schweiz



    Der Geburtsort von Gustav Hensel schrieb sich bis 1926 mit einem "C" am Beginn. Seinen Verein kennen wir, seit seiner Neugründung am 3. Februar 1998, heute wieder als KSV Hessen Kassel. Nachdem der in Konkurs gegangene FC Hessen Kassel am 24. November 1997 aus dem Vereinsregister gelöscht wurde. Seine Wurzeln reichen eigentlich schon ins Jahr 1893, als am 3. Juli der FC Union 93 Cassel gegründet wird. Zwei Jahre später fusioniert der mit dem FC Hassia 93 Cassel und fügt dem Casseler FV die jetzt aktuelle Jahreszahl hinzu. Über die folgenden Jahrzehnte hinweg wird immer wieder mal fusioniert und es ändert sich der Vereinsname. Am Geläufigsten dürfte der Name SV Kurhessen Kassel sein, für den Heinrich Weber zwischen 1928 und 1931 zwölf Länderspiele bestreitet. Am 23. November 1947 schließlich bekommt die Stadt hren Kasseler Sport Verein Hessen Kassel.

    Aber das erlebt der Mann, der neben Walter Hempel ebenfalls am Führungstor beteiligt ist und danach trotzdem keine Berücksichtigung mehr beim DFB findet, schon gar nicht mehr. Auch nicht die, wenn auch vergleichsweise bescheidenen Erfolge des KSV. Die erst in den Fünfzigern ihren Beginn haben und mit Karl-Heinz Metzner, dem dritten Nationalspieler, den der Verein hervorbringt, verbunden sind. Ein Mann, der nach seinen beiden Einsätzen gegen Spanien und das Saarland immerhin den Geist von Spiez erlebt hat und den Helden von Bern auf der Ersatzbank die Daumen hält...

    Als Weinhändler verschlägt es Gustav Hensel nach Bremen und dort stirbt er am 29. August 1933. Einen Tag später wird im tschechischen Marienbad der deutsche Philosoph Theodor Lessing von einem Nationalsozialisten erschossen.

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